Weiße Riesen im Eis- Abenteuer Churchill

Seit Jahren hatte ich es mir vorgenommen, einmal im Leben zu den Eisbären an der Hudson Bay zu reisen. Oktober und November sind aber die Monate, wo ich meistens in Indien bin. Somit habe ich mich vor 1 ½ Jahren selbst überlistet und einen Termin geblockt, der für das einfinden der Polarbären an der Hudson Bucht passen sollte. Das Eis friert gegen Anfang bis Mitte November zu. Da die Eisbären auf die jungen Robben als Futter angewiesen sind, warten sie seit Wochen auf dieses Ereignis. Kaum bildet sich die Eisdecke, machen sie sich auf den Weg zu den weit draußen liegenden Robbenkolonien.

Mächtiger Polarbär nähert sich neugierig den Photographen

Wir fliegen über Toronto und Winnipeg nach Churchill, der größten Siedlung an der Hudson Bay. Von hier geht es noch einmal in 15 Minuten zur an der Bucht gelegenen Lodge, welche für drei Tage unser gemütliches Zuhause sein wird. Der Flug über das zunehmend gefrorene Eis ist faszinierend, das Wetter wunderbar, die Temperaturen liegen bei 20 Grad Minus.

Polarfuchs findet eine Feder

Der erste Nachmittag bringt zwar keine Bären, aber einen roten Fuchs und Überraschung, auch einen weißen Polarfuchs, angeblich dem Ersten, der sich diese Saison hier blicken ließ. Das neugierige Tier kommt näher, schnuppert an einer Feder, vernutet einen toten Vogel unter dem Schnee. Spuren von Eisbären machen Hoffnung, die weite Fläche der Hudson bucht glitzert in der tiefstehenden Sonne, die endlose Weite ist faszinierend anzuschauen.

Immer mehr Rotfüchse machen den Polarfüchsen das Leben schwer

Am nächsten Tag liegt das Hauptaugenmerk auf zwei Füchsen, die sich gegenseitig antreiben, spielen, ein roter und ein schwarzer Fuchs scheinen großen Spaß miteinander zu haben. Wir genießen das Schauspiel, aber ein Polarbär wäre uns lieber. Auch das Nordlicht hat sich bislang nicht blicken lassen, dafür entdecken wir Schneehühner im gleichfarbenen Untergrund.

Schneehühner mit Winterstiefeln

Tag drei ist dann der Tag des Herrn. Gegenüber der Lodge liegt ein Eisbär in den Schneeverwehungen und schläft. Wir wandern über den gefrorenen Dymondsee und nähern uns dem schlafenden Teddybären. Er erblickt uns mit halbem Auge, wälzt sich ein seinem Schneebett, lässt ab und zu eines seiner offensichtlich endlosen braunen Tatzen blicken, fällt wieder in sein Bett.  Geduldig warten wir auf mehr und werden nicht enttäuscht, er wälzt sich, rutscht aus seinem Bett, nähert sich auf allen Vieren, langsam weichen wir zurück. Plötzlich packt es ihn, er rennt die Böschung hinauf in den lichten borealen Wald, richtet sich an einer Tanne auf, um diese ordentlich zu schütteln, nur um noch ein bisschen in sein Bett zurückzukehren und dort weiterhin Possen zu treiben.

Zum Schlapplachen, der Eisbär rutscht aus seinem Schneebett

Der letzte Tag in Churchill, an dem wir mit dem Tundra- Buggy auf Pirsch gehen, hat es dann noch einmal richtig in sich. Zwei stolze Bären spazieren im Abendlicht, suchen nach Wurzeln, kümmern sich nicht um die Besucher, dieses Land gehört ihnen. Und wir werden sie wieder aufsuchen, dieses Erlebnis war nur der Anfang!

Bärin vom Tundrabuggy aus gesichtet

NEU IM PROGRAM MIT SEHR BEGRENZTER TEILNEHMERZAHL:

REISEDIWAN zu den Eisbären; 26.10. – 03.11.2020; Vormerkungen ab sofort!

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