Sizilien – das Südreich der Normannen

Wikinger gelten eher als ein raues und primitives Volk aber wer die Schätze im Nationalmuseum von Kopenhagen kennt, weiß, dass dieses ein weit gefehltes Vorurteil ist. Zwar waren sie mit ihren Feinden nicht gerade zimperlich, aber sobald sie Land erobert hatten und sich fest ansiedelten, wurden sie zu überzeugenden Baumeistern und begeisterten Anhängern des Christentums. Aber nicht nur im Lande der Nordmänner, der Normandie, oder in England kann man sich von ihren Glanzleistungen überzeugen lassen, es war auf Sizilien, wo sie zu geradezu sensationellen kulturellen Schöpfungen aufliefen.

Apsiden des Normannendomes in Monreale bei Palermo

Sie waren als Söldner in den Dienst verschiedener Fürsten getreten, kämpften mal für, mal gegen Byzanz, mal mit und mal gegen die Langobarden, bevor sie sich 1061 bis 1091 die Insel Sizilien von den dort seit fast 200 Jahren ansässigen Arabern eroberten. Da sie aber in nur kleiner Zahl das Land erobert hatten, ließen sie den Bewohnern ihren Glauben, dank der Araber und der immer noch sehr einflussreichen Byzantiner kam es auf der Insel zu der wohl interessantesten Mischkultur des Hochmittelalters.

Arabische Decke in der Palastkapelle von Palermo

Im Jahre 1130 erst ließ sich der Sohn des Eroberers Robert, als Robert II zum König von Sizilien krönen. (Von Christus persönlich, wie das Mosaik in der La Martorana behauptet). In seiner vorbildlichen Verfassung für das neue Reich billigte er allen Untertanen egal welchen Glaubens, die gleichen Rechte zu.

Christus krönt Roger II zum König von Sizilien

Sein unermesslicher Reichtum belief sich auf Handelsverträge mit Byzanz, auf den Schwefelabbau der Insel und auf den Ausbau der Seidenproduktion. (Der deutsche Kaisermantel war vermutlich schon der Krönungsmantel der normannischen Könige!) Da die Normannen bereits in der Normandie das Christentum angenommen hatten, erbauten sie nicht nur prächtige Paläste, sondern auch die schönsten Kirchen außerhalb des byzantinischen Reiches. In ihren herrlichen Domen und der Palastkapelle von Palermo stellten sie ihren gewaltigen Reichtum zur Schau.

Die grandiose Palastkapelle in Palermos Normannenburg

Die schönste Kathedrale des Christentums ist der Dom zu Monreale. Hoch über Palermo bildet er mit dem Kreuzgang des Benediktinerklosters eine mittelalterliche Glaubensfestung, die weltweit ihresgleichen nicht findet. Millionen kleinster Mosaiksteinchen bilden altes und neues Testament ab, der Pantokrator als Mittelpunkt blickt überall auf die Besucher. Wilhelm IV, der Gute, schenkt die Kirche der Gottesmutter. Und Friedrich II. von Hohenstaufen wächst in ihrem Schatten auf. Als Erbe der Normannen sind die Staufer durch Sizilien geprägt. Der Krönungsmantel ist ihr Zeuge!

Heinrich IV, der Gute, überreicht den Dom von Monreale der Gottesmutter
Das arabische Erbe in der Palastkapelle,Stalaktiten mit Ausmahlung, Decke der Palastkapelle

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