Petra auf unbekannten Pfaden

Die Landschaft rund um Petra und im ganzen Südjordanien ist für Wüstenfans ein einziger Traum. Tiefe Täler, zerklüftete Bergrücken, Kuppeln und harte Kämme, durchzogen von uralten Beduinenpfaden und geheimen Wegen in die Totenstadt der Nabatäer. Vier Nächte hat der RESIEDIWAN eingeplant, so dass seine Gäste sich der unglaublichen Stätte in Würde und in Muße nähern können. Natürlich geht der erste Weg dabei ganz normal durch den Siq, die enge Schlucht, welche das ägyptische Obeliskengrab vom Schatzhaus trennt und seitdem Altertum den Haupteingang in die Nekropole der Verstorbenen sichert. Wasserleitungen begleiten den Besucher, stets geht es bergab, plötzlich steht man vor der berühmten Fassade des sogenannten Schatzhauses des Pharao.

 

Landschaft bei Petra

Da wir dieses aber morgen aus der Götterperspektive besuchen wollen, können wir heute unsere Kräfte dazu einsetzten, das Kloster zu besuchen, El Deir, eine Grabanlage in schwindelnder Höhe, über hunderte von Stufen zu erreichen. Vom Rasthaus geht es steil bergan, Esel beanspruchen den engen Pfad, das Löwen- Triclinium liegt abseits der Treppen. Natur-Altäre und uralte Wacholderbäume säumen den Weg, die Landschaft wirkt wie eine Lithographie nach David Roberts. Oben angekommen, droht ein Regenguss die Grabfassade mit seiner markanten Urne in eine drohende Theaterkulisse zu verwandeln.

 

El-Deir, das Kloster

Der Aufstieg war nur eine Übung für unsere Wanderung über Stock und Stein am nächsten Morgen. Das Morgenlicht ist umwerfend, die Farben im Stein schöner als die von Menschenhand erbauten Gräber und Tempel. Schneller als gedacht, aber auch auf eigentlich nicht begehbaren Wegen, stehen wir pbr dem Schatzhaus, langsam verscheucht die Sonne die Schatten, ein würdiges, bewegendes Schauspiel, ein bisschen Schauder aber ist auch dabei, denn aus schwindelnder Höhe blicken wir hinunter aus Petras schönstes Gebäude.

 

Das Schatzhaus von oben

 

Nach endloser Krakelei stehen wir dann am großen Opferplatz, der mich daran erinnert, dass die Anhänger Zarathustras und auch die alten Tibeter ihre Toten auf Berge bringen, um sie dort den Geiern vorzusetzen. Da ich ja sowieso nicht glaube, dass es sich bei Petra um eine Hauptstadt handelt (Beduinen sind nicht sesshaft und brauchen keine Städte) sondern um eine riesige Stadt der Toten, kommt mir dieser Gedanke nicht abwegig vor. Aber niemand wird uns jemals erfahren können, was die Nabatäer antrieb, sich hier in den Felsen von Petra einzugraben, und gerade das macht den Besuch ja so spannend.

 

Der große Opferplatz

 

 

 

 

Nachdem wir kaum noch unsere strapazierten Waden bewegen könne, sind unsere kleinen Exkursionen im Wadi Rum nur noch ein kleines, aber wunderschönes Nachspiel. Geschaukelt vom Jeep, begegnen wir den schwimmenden Bergen der rötlichen Wüste und sind uns bewusst, dass die Wüste als Privatgarten Gottes eigentlich gar nicht betreten werden dürfte….

 

Petra mit dem REISEDIWAN, in jeder Hinsicht ein unglaubliches Erlebnis!

 

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