In den Gärten der nordischen Götter

So ungefähr muss es ausgesehen haben im Fimbul-Winter, der im Ragnarök auf die Menschheit zukommen wird. Eisige Schönheit und endlose weiße Fläche. Oder nicht ganz so streng, denn in der Discobucht bei Ilulissat ist es die umwerfende Schönheit des Eises, sind es die grandiosen Formen, die Kathedralen und Kastelle aus blau-weißem Eis, die für den Weltuntergang viel zu schön sind.

 

Eiskathedralen in der Discobucht

 

Wenn nicht der Fimbulwinter, dann muss es sich um den Privatgarten Odins handeln, der ihn und seine Mannen von den Sterblichen trennt, der sich wie ein Schutzwall um sein Walhalla legt. Man glaubt ab und an, einen Schlitten zu sehen, auf denen Freya die Eispferde lenkt, sieht Kobolde und eisige Walküren, Nornen und Krieger. Ein kleiner Polarfuchs ist in dieser stillen Welt der absoluten Schönheit das einzige irdische Lebewesen neben den seltenen Möwen.

 

Eiszauber

 

Freyas Wagen

 

 

Über die Zusammensetzung von Eis weiss Frau Smilla mit ihrem Gespür für Schnee endlos zu berichten. Hier oder etwas oberhalb, an der Grenze des Packeises, folgt sie dem skrupellosen Toerk, dem Mechaniker, erfährt sie vom Meteoriten, der hier umgeben von Polarwürmern befallenem Gewässer seit Jahrmillionen das Eis zum Schmelzen bringt.

 

 

Über Grönland wurde wenig geschrieben. Die Einheimischen gaben ihre Sagen und Legenden nur mündlich weiter, Knuth Rasmussen fängt einige dieser Geschichten ein. Die Pastoren der dänischen Kirche bringen ihre eigenen Geschichten mit, wenn diese erzählt werden, erscheinen die Grönländerinnen in der bunten Sonntagstracht, welche ein bisschen Farbe in den tristen Alltag bringt. Und die Männer tragen die weißen Hemden, die den Schultrachten gleichen, welche ihnen die Dänen aufgezwungen hatten.

 

Grönländer in Tracht mit dänischem Pastor

 

Grönland, so anders. Immer und immer wieder faszinierend. Nie gleicht eine Exkursion der anderen, immer trifft man auf neue Eisskulpturen, die Farbe des Himmels spielt mit den Farben des Eises. Die riesigen Eisberge vor dem Jakobsgletscher leuchten um Mitternacht noch intensiver als am Tage. Und bilden den größten Friedhof der Eisberge weltweit. Und dieser ist einer der schönsten Flecken der Erde. Ein Garten der Götter. Sag ich doch…

 

Der Kuss der Eisberge

 

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