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Florenz und die Medici – privater Kunstgenuss als Höhepunkt des Annus horribilis 2020

Florenz hat ihnen alles zu verdanken. Und vor allem ihr, der letzten Medici, Anna Maria Ludovica de‘ Medici. Sie war die Schwester des letzten Großherzogs der Familie auf dem Thron von Florenz und vermachte alle Kunstschätze ihres Hauses der Stadt Florenz, mit der Auflage, dass diese die Stadt nie mehr verlassen dürften.

Nach den vielen Jahren des Massentourismus war Florenz dieses Jahr so leer wie nie. Also habe ich mich aufgemacht, der Stadt am Arno einen gründlichen Besuch abzustatten, einer meiner Highlights in diesem sonst so traurigen Jahr 2020. 7 Tage in einem bezaubernden Boutique-Hotel, Ausflüge nach Siena und Pisa, endlose Streifzüge durch die fast leere Stadt. Kunstgenüsse satt, die sonst in diesem Jahr besonders gefehlt haben.

Mein erster Weg führte über die Piazza della Signoria mit dem falschen David zum Palazzo Medici – Riccardi. Dieser schwere Bau war der erste Palast der Familie, Heimat Cosimos des Älteren und Lorenzos des Prächtigen. Hier befindet sich die herrliche Palastkapelle mit dem Zug der Heiligen Drei Könige von Benozzo Gozzoli. Die Medici scheinen sich hier in all ihrer Pracht selbst zu feiern, unter Beisein anderer wichtiger Potentaten des damaligen Italiens. (Sigismondo Malatesta und Gian Galeazzo Sforza). Der jüngste König ist zweifellos niemand anderes als Lorenzo, den man später den Prächtigen nennen wird. Ein Umzug voller Eleganz, in den herrlichsten Gewändern der Renaissance. Der Maler verliert sich in den unglaublichsten Details, selbst der byzantinische Herrscher Johannes VIII. Palaiologus ist als König mit von der Partie.

Unter der Herrschaft Lorenzos wurde die Stadt Florenz zur wichtigste Kunstmetropole der Zeit. Er, großer Förderer der Kunst, der Wissenschaft und Literatur, eigene Gedichte schreibend, rief Michelangelo Buonarroti und Sandro Botticelli an den Hof, sie schufen weltberühmte Kunstwerke, die heute synonym für Florenz stehen.

Zwischen der Piazza della Signoria und dem Arno liegen die Uffizien, die Büroräume der Medici, geschaffen für die Verwaltung des Staates unter der Herrschaft Cosimos I. Die Gebäude beherbergen heute die gewaltigste und wichtigste Sammlung großer Kunstwerke von der Antike bis hauptsächlich der Renaissance und ist für Menschen aus aller Welt der Hauptgrund, die Stadt Florenz aufzusuchen. Hier Höhepunkte herauszuheben, ist geradezu unmöglich, aber die Werke Botticellis und vor allem auch die interessanten Porträts der Familie Medici sind in unserem Zusammenhang natürlich erste Anlaufstellen.

Auf dem anderen Ufer des Arno spaziert man in wenigen Minuten zum fast festungsartigen Palazzo Pitti, den Eleonora von Toledo, Gattin Cosimos I., für die Familie erworben hatte. Dieser wurde zusammen mit den weltberühmten Boboli-Gärten zum Wohnsitz der Großherzöge der Toskana und später der Aufenthaltsort des Hauses Savoyen, wenn der italienische König in der Stadt weilte. Fast meint man, die Medici jeden Moment wieder in den mit ebenfalls natürlich ganz großer Kunst angefüllten Räume betreten zu sehen.

Natürlich darf zum Abschluss der Besuch in der Akademie der schönen Künste nicht fehlen. Auch hier gähnende Leere, David blickt verwundert auf die wenigen Besucher, man hat den schönsten Mann Italiens ganz für sich allein. Ob das noch so ist im Herbst 2021 wollen wir nicht hoffen. Aber wir nehmen gerne wieder mehr Besucher in Kauf, wenn man dafür dann endlich wieder normal auf Reisen gehen kann!

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