Die grosse Migration in Kenia

Jedes Jahr wiederholt sich das grandiose Spektakel der großen Migration. 1 ½ Millionen Tiere kommen aus Tanzania, aus der Serengeti, nach Kenia, wandern Richtung Norden, und fressen die Grasflächen der Massai Mara kahl. Weißbartgnus und Zebras, aber auch Topis und die hübschen Thompson Gazellen sind vertreten, wandern gemeinsam und hoffen, so den überall lauernden Raubkatzen zu entgehen. Aber die Katzen sind nicht das einzige Risiko.

 

Gnus in der Massai mara

 

 

 

Durch die endlosen Steppen des Massailandes zieht sich wie eine gewundene Schlange der Marafluss, und ohne diesen zu überqueren, steht ihnen der Weidegrund am anderen Ufer nicht zur Verfügung. In endlosen Zügen gehen also alle in Richtung Wasser, einer hinter dem anderen die Gnus, etwas unsortierter die Zebras. Die Jungtiere weinen nach den Muttertieren, schwache Tiere bleiben unweigerlich zurück und werden zur Beute von Hyäne, Gepard und Leoparden. Auf allen Bäumen haben sich die Geier versammelt, bereit, einzugreifen, wenn es gilt, Aas zu beseitigen, die Ebene ist von abgenagten, bleichen Knochen bedeckt.

 

Zebras begleiten die endlosen Gnuherden

 

 

 

Am Flussufer angekommen warten die inzwischen zu großen Gruppen angewachsenen Herden auf ein Leittier, welches die Situation erkundet und den Mut findet, blitzschnell den Hang hinunterzurasen. Und sobald sich so ein Held gefunden hat, rasen alle wie von Taranteln gestochen hinterher, stürzen sich in die aufgewühlten Fluten und schwimmen um ihr Leben.

 

 

Rettung am anderen Ufer

 

Die meisten Tiere erreichen das andere Ufer, aber überall und jeden Moment können die riesigen Nilkrokodile angreifen, die Gnus in die Tiefe zerren, bis sie erstickt sind. Der Marafluss ist von Gnuleichen bedeckt, die Krokodile lassen die toten Körper verrotten, bevor sie sie verschlingen.

 

 

Nilkrokodil

 

 

 

Nirgends ist die Migration spannender zu beobachten, als in der Nähe des Serena Hotels, denn dort sind die Ufer am höchsten und die Sprünge am aufregendsten. Hunderte Tierfotografen warten auf den Moment, der dem Gnu das Leben kosten kann. Da die Ufer aus trockenem Lehm bestehen, scheinen die Tier beim Herabstürzen zu rauchen, wirbeln den Staub auf, scheinen zu schweben oder zu fliegen. Die sonst so tapsigen Tiere bieten uns die Show ihres Lebens, oder besser gesagt, ihres Überlebens. Jedes Jahr wieder. Bei der größten Tierwanderung der Erde…

 

 

Massenpanik

 

 

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